Zündspule im Auto

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Zündspulen lassen „die Funken fliegen“

Die Zündspule ist ein relativ einfaches, aber unverzichtbares Bauteil der Zündanlage bei Autos und Motorrädern mit Verbrennungsmotor. Die unkomplizierte Bauweise und ein oft leichter Zugang machen den Ein- oder Ausbau sowie die Prüfung ihrer Funktion einfach und damit kostengünstig. Einzige Aufgabe der Zündspule ist das Erzeugen der Hochspannung, die für die Zündfunken im Zylinder des Verbrennungsmotors benötigt wird.

Aufbau einer Zündspule und weitere Komponenten

Zündspule Neuteil und weitere Komponenten - auf weißem Hintergrund

Äußerlich sind Zündspulen funktionsbedingt oft als Zylinder ausgeführt, dessen Größe und Form einem Becher oder eine Hülse ähneln. Umgangssprachlich wird daher oft von Becherzündspulen gesprochen. Zündspulen sind aus Sicherheitsgründen und zum Schutz vor Verunreinigungen hermetisch verschlossen. Die einzig sichtbaren Komponenten sind die Anschlusskontakte am oberen Teil der Spule. Im Inneren befindet sich ein länglicher Kern aus Eisen. Dieser Ferritkern ist mit zwei unterschiedlichen Drahtwicklungen (in der Regel Kupferdraht) umschlossen. Die Unterschiede bestehen in der Anzahl der Wicklungen und in der Dicke des verwendeten Drahtes. Entsprechend ihrer Aufgabe und Funktion unterscheidet der Fachmann hier zwischen der Primär- und der Sekundärwicklung. Für ihre Arbeit benötigt die Zündspule ferner noch Zündkabel und einen Zündverteiler mit entsprechenden Steckverbindungen für jeden einzelnen Zylinder.

Das passiert im Inneren

Die Vorgänge im Inneren einer Zündspule gehören zu den einfachsten Grundlagen der Elektrotechnik. Beim Einschalten der Zündung wird die Primärspule zunächst mit der Bordspannung von 12 Volt versorgt. Wie bei jedem gewöhnlichen Trafo baut sich dabei ein Magnetfeld um die Spule herum auf und überträgt sich auf die zweite Wicklung (Sekundärspule). Dadurch wird die Fahrzeugspannung der Batterie von ursprünglichen 12 Volt extrem erhöht. Die erzeugte Stromspannung liegt – natürlich abhängig vom Fahrzeugmodell und der Motorvariante – zwischen 5.000 Volt und 30.000 Volt. Gleichzeitig verringert sich dabei die vorhandene Stromstärke. Erst eine derart hohe Spannung ist ausreichend, um im Zylinder einen Zündfunken auszulösen.
Über das angeschlossene Zündkabel gelangt die Hochspannung zum Zündverteiler, der sie auf die einzelnen Steckverbindungen und letztlich auf jede Zündkerze der Zylinder weitergibt.

Sonderformen der Zündspule

Neuteil Zündspule auf weißem Hintergrund

Die geschilderte Bauart ist sozusagen der „Klassiker“ in Sachen Zündspule. Seit einigen Jahren rücken aber auch immer öfter andere Varianten in den Fokus. Dazu gehört insbesondere die Zündung mit Einzelfunken. Hier arbeitet jeder Zylinder des Autos und damit jede Zündkerze des Motors mit eigener Zündspule. Jede Einzelfunkenzündspule ist direkt oberhalb des Zylinderkopfes in einem Zündmodul verbaut. Steckverbindungen, Zündkabel oder Zündverteiler werden hier nicht mehr benötigt. Das spart Material, verringert mögliche Fehlerquellen und lässt den Motor auch bei einer defekten Zündspule noch arbeiten. Sofern das Fahrzeug dafür ausgelegt ist, kann auch eine sogenannte Mehrfachzündung verbaut sein. Voraussetzung ist eine Zündanlage, deren Funktion von der Fahrzeugelektronik unterstützt und angesteuert wird. Die Mehrfachzündspule (Doppelfunken oder Vierfunken) wird nach der ersten Entladung nochmals aufgeladen und kann dadurch mehrere Zündfunken (abwechselnd) zur Verfügung stellen.

Austausch und Kosten – schnell und günstig 

Handwerker überprüft Zündspule bei offenem Motor.

Zündspulen sind langlebig und wartungsfrei. Es gibt keine beweglichen Teile, die verschleißen können und das verschlossene Gehäuse verhindert das Eindringen von Staub oder Feuchtigkeit.Auch ein Austausch ist problemlos möglich. Die Zündspulen auszutauschen ist sehr davon abhängig, wie alt Ihr Fahrzeug ist. Bei älteren Modellen kann sogar noch eine Reparatur möglich und sinnvoll sein. Selbst die modernen Spulen mit Einzelfunken-Funktion sind aufgrund ihrer Lage im Motorraum leicht zugänglich. Wegen der hohen Spannungen und der komplizierteren Technik ist ein Wechsel aber dennoch ein Fall für den Fachmann.

Einfache Zündspulen (meistens für ältere Pkws) sind schon ab etwa 15,- Euro zu haben. Zündmodule (Mehr- oder Einzelfunken) sind nur unwesentlich teuer und liegen zwischen rund 20,- Euro und 120,- Euro (für hochwertige Marken- oder Sondermodelle). Dazu kommen Werkstattkosten zwischen etwa 15,- Euro und rund 60,- Euro.


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