Hauptuntersuchung (HU) beim Auto

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Hauptuntersuchung: Vorteile der Kfz-Werkstatt, Ablauf und Vorabcheck

Manche Autofahrer empfinden die Hauptuntersuchung (HU) als lästig und übertrieben. Jedoch ist die Hauptuntersuchung einer der Hauptgründe, warum der deutsche Straßenverkehr als so sicher gilt. Die Hauptuntersuchung wird nicht durch eine staatliche Institution durchgeführt, sondern von anerkannten Prüforganisationen und deren Sachverständigen. Diese Prüfungen finden entweder in den Einrichtungen der Prüforganisationen, den so genannten Prüfstationen statt oder in anerkannten Prüfstützpunkten. Das sind Werkstätten, welche den Service einer Hauptuntersuchung anbieten. Die HU führt wie in den Prüfstationen der Prüfer einer Prüforganisationen durch und nicht das Werkstattpersonal.

Werkstatt in Ihrer Nähe für die HU online finden

Dei Hauptuntersuchung ist beim PKW bestanden

Die Hauptuntersuchung in einer Werkstatt durchzuführen bietet einen großen Vorteil. Falls dem Prüfer Mängel am Auto auffallen, können diese direkt behoben werden. Die Hauptuntersuchung inkl. AU wird meist zum Paktpreis, welcher sich aus den Kosten für die AU und den HU-Prüfgebühren zusammensetzt, angeboten. Dieser Preis liegt bei den meisten Werkstätten bei 90 Euro aufwärts und richtet sich nach der Art des Fahrzeugs und der AU. Auf FairGarage können Sie die Autowerkstätten in Ihrer Nähe finden, welche die Durchführung der HU inkl. AU anbieten. Wenn Sie Ihr Fahrzeug selektieren, können Sie sich die Gesamtkosten als Festpreis anzeigen lassen. Zugleich können Sie auf FairGarage mit Ihrer Wunschwerkstatt einen passenden Termin bequem online vereinbaren.

Voracheck Hauptuntersuchung

Außerdem bieten die auf FairGarage aufgelisteten Werkstätten den Vorabcheck zur HU an. Das geschulte Fachpersonal weißt genau, was bei der HU geprüft wird und kann einen gezielten Vorabcheck an Ihrem Auto durchführen um etwaige Mängel noch vor der Begutachtung Ihres Wagens durch einen Prüfer beseitigen zu können.

Hauptuntersuchung streng nach Vorgaben

Die HU ist wichtig für Ihr Auto und besonders für Ihre Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Die amtlich anerkannten Prüfer schauen bei der Hauptuntersuchung genau hin. Dabei müssen Sie sich streng an den vorgegebenen Mängelbaum halten und haben keinen Spielraum für Gefälligkeiten. Sollten schwerwiegende sicherheitsrelevante Mängel bei der Hauptuntersuchung entdeckt werden, besteht das Fahrzeug die Untersuchung nicht. Aber auch kleinere Mängel die dem Prüfer auffallen werden in seinem Bericht festgehalten und sollten von Ihnen beseitigt werden.

Wann ist die Hauptuntersuchung fällig?

Kfz-Werkstätten bieten Hauptuntersuchung auch an

Die Frage, wann und wie oft die Hauptuntersuchung fällig ist, ist leicht zu beantworten. Neufahrzeuge müssen nach drei Jahren das erste Mal zur Hauptuntersuchung. Danach gilt Untersuchungsintervall von zwei Jahren für PKWs. Taxis und Mietwagen müssen grundsätzlich jährlich zur HU. Ab 2018 werden gemäß einer EU-Regelung einheitliche Mindeststandards in der Europäischen Union eingeführt. Bei einer Hauptuntersuchung wird Ihr Auto auf Herz und Nieren geprüft.

 Besteht es die Untersuchung, so darf es für zwei weitere Jahre auf den öffentlichen Straßen fahren. Mit einer vorschriftsmäßigen Hauptuntersuchung gewähren Sie nicht nur Ihre eigene Sicherheit im Straßenverkehr, sondern auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.

Von wem dürfen Hauptuntersuchungen durchgeführt werden?

Wie bereits erwähnt wurde, wird die Hauptuntersuchung oder auch kurz nur „HU“ nicht durch eine staatliche Institution durchgeführt, sondern von anerkannten Prüforganisationen und deren Prüfern.

Folgende Institutionen sind berechtigt eine Hauptuntersuchung durchzuführen:

  • KÜS
  • GTÜ
  • GTS
  • DEKRA
  • TÜV Süd
  • TÜV Nord
  • TÜV Rheinland
  • TÜV Thüringen
  • TÜV Hanse

Was passiert, wenn man die HU überzieht?

Kalender mit einem HU Termin

Man sollte den HU-Termin niemals aufschieben. Nicht nur wegen der möglichen Strafen bei Missachtung, sondern auch wegen möglichen Folgen eines Unfalls. Bei einem Unfall ohne gültige Plakette kann man von der Versicherung entsprechend belangt werden. So können trotz Vollkasko hohe Kosten bei einem Unfall auf einen zukommen. Seit Mitte 2012 ist eine Rückdatierung der Hauptuntersuchung nicht mehr möglich. Das bedeutet, dass ein Vergessen Ihres nächsten HU-Termins Folgen haben wird. Der Bußgeldkatalog ist umfangreich und mannigfaltig. Jedoch sind für die meisten Fahrzeugbesitzer nur die Bußgelder bei Überschreiten des Hauptuntersuchungstermins wichtig.

Bußgelder bei Überschreiten des Hauptuntersuchungstermins:

HU-Termin überschritten um

Bußgeld

2 Monate bis 4 Monate

15 Euro Aufschlag

4 Monate bis 8 Monate

25 Euro Aufschlag

mehr als 8 Monate

60 Euro Aufschlag + 1 Punkt

 

Was wird bei einer Hauptuntersuchung gemacht?

Es gibt eine Richtlinie zur Durchführung einer Hauptuntersuchung – Anlage 8a StVZO. Hiernach wird die Form der Beurteilung der bei der HU festgestellten Mängel genau festgelegt und in einem detaillierten Prüfbericht festgehalten. Diese Richtlinie umfasst ebenfalls den Untersuchungsablauf und –umfang. Sodass eine Gleichbehandlung aller Autos garantiert ist.

Abgasuntersuchung ist ein Teil der HU

Seit Anfang 2010 wurde die bis dato eigenständige Abgasuntersuchung (AU) vollständiger Bestandteil der Hauptuntersuchung. Die Abgasuntersuchung wird als Teilprüfung auf Umweltverträglichkeit durchgeführt.

Das wird bei der HU geprüft

Hauptuntersuchung - Mechaniker überprüft technische Daten im Auto mit Laptop

Die Hauptuntersuchung stellt sicher, dass Ihr Fahrzeug alle Vorschriften, gemäß der Straßenverkehr-Zusatz-Ordnung (StVZO) einhält. Dabei wird eine Sicht-, Wirkungs- und Funktionsprüfung durchgeführt. Zu Beginn einer jeden HU führt der Prüfer eine kurze Probefahrt durch. Dabei wird über ein spezielles Testgerät, den HU-Adapter 21 plus, zum Beispiel abgeglichen, ob die ABS-Sensoren richtig funktionieren. Der erfahrene HU-Prüfer kann sich außerdem einen Eindruck vom Fahrverhalten und der Funktionalität eines Autos machen. Bei modernen Fahrzeugen wird über den HU-Adapter eine Vielzahl weiterer Daten überprüft und ausgelesen. Auch bei der Bremsenprüfung auf dem Prüfstand werden parallel Daten ausgelesen.

Checkliste für die Hauptuntersuchung:

  • Fahrwerk und Kraftübertragung
  • Vorderachse und Hinterachse: Federn und Stoßdämpfer, Stabilisator, Radaufhängung, Lenkgelenke, Antriebswellen und Antriebsmanschetten, Differenzial, Radaufhängung.
  • Bremsanlage: Funktion, Dichtheit, Wirkung, Gleichmäßigkeit, Verschleiß.
  • Räder und Reifen: Schäden, Befestigung, Zulässigkeit, Radeinstellung, Profiltiefe.
  • Schalldämpferanlage inkl. Abgasreinigungssystem: Ausführung, Abgasverhalten, Rauchentwicklung, Geräuschverhalten.
  • Fahrzeuginnenraum: Tachometer, Bedienelemente, Kupplung/Schaltung, Heizung & Lüftung, Gurte, Wegfahrsperre, Hupe.
  • Lenkrad: Ausführung, Zustand, Lenkspiel.
  • Sicherheitsrelevante elektronische Systeme (Funktionsprüfung elektronischer Komponenten, Bremsanlage, Fahrwerk, Lenkung, Motor, Insassenschutz, Assistenzsysteme).
  • Karosserie: Korrosion, Brüche, Unfallschäden, unsachgemäße Reparaturen, Autotüren.
  • Motorraum: Flüssigkeitsverluste, elektrische Anlage, Leitungen, Bremskraftverstärker, Lenkgetriebe & Lenksäule, Motorlagerung, Gemischaufbereitung).
  • Sichtverhältnisse: Scheiben, Scheibenwischer inkl. Anlage, Außenspiegel, Innenspiegel.
  • Einstellung, Funktion und Zulässigkeit der Beleuchtung (Scheinwerfer, Blinker, Leuchtweitenregulierung).
  • Heckklappe: Spoiler, äußere Fahrzeuggestaltung
  • Identifizierung und Einstufung des Fahrzeugs
  • Umweltbelastung
  • Sonstige Ausstattungen
  • Zusätzliche Untersuchungen an Kraftfahrzeugen, die zur gewerblichen Personenbeförderung eingesetzt sind

Benötigte Unterlagen bei der HU:

  • Ihr Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I),
  • ggf. Nachweis für eine Änderungsabnahme
  • ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis), falls Ihr Auto eine besondere Ausstattung, Sonderzubehör oder Anbauteile hat. Das ist oft bei Rädern der Fall.

Wer es ganz genau wissen will, findet alle Details in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) Anlage VIII (§ 29 Absatz 1 bis 4, 7, 9, 11 und 13). Übrigens daran denken, dass Warndreieck und ein noch nicht abgelaufener Verbandskasten bereitliegen

Ergebnisse der Hauptuntersuchung

Das Ergebnis der Hauptuntersuchung wird vom Prüfer in verschiedene Kategorien eingeteilt. Findet sich dort ein „OM“, hat das Fahrzeug keinerlei Mängel. Bei geringen Mängeln wird das durch ein „GM“ dokumentiert und das Kürzel „EM“ steht für erhebliche Mängel. Steht unter dem Prüfbericht ein „VU“, kann sich der Besitzer Sorgen machen, denn dann gilt der Wagen als verkehrsunsicher.

Mängel bei der Hauptuntersuchung

Nachprüfung eines Autos bei der HU

Auch der beste Vorabcheck kann keine Garantie dafür geben, dass sich nicht doch noch irgendwo der Mängelteufel eingeschlichen hat. In solchen Fällen wird der Autofahrer ausführlich über das Problem informiert und bekommt vom Prüfer statt einer neuen Plakette vier Wochen Zeit, um den Mangel beheben zu lassen. Wenn die Werkstatt den Mangel noch am gleichen Tag beseitigt und dem Prüfer vorführt, entfällt die kostenpflichtige HU-Nachprüfung.

HU Nachprüfung

Vier Wochen sollten genug Zeit sein, um festgestellte Probleme beheben zu lassen und um die Chance kostengünstige Nachprüfung zu nutzen. Das sieht auch der Gesetzgeber so, der nach Ablauf dieser Monatsfrist keine Gnade mehr kennt. Kommt der Autofahrer erst nach fünf oder sechs Wochen zur Nachprüfung, muss die gesamte Hauptuntersuchung neu durchgeführt werden. Am Ende also doppelter Ärger, doppelter Zeitaufwand und doppelte Kosten.
Eine erneute Komplettprüfung ist übrigens auch bei einer nicht bestandenen Nachprüfung vorgeschrieben.

Wer ist alles zur Hauptuntersuchung verpflichtet?

Jeder PKW-Halter ist zur Hauptuntersuchung des Fahrzeugs verpflichtet. Für wenige Ausnahmen gelten spezielle Regeln. Zum Beispiel Fahrzeuge der Bundeswehr und der Bundespolizei sind nicht Hauptuntersuchungspflichtig, da diese einer internen Begutachtung unterliegen.

Das System der Hauptuntersuchung ist aber nicht nur in Deutschland gesetzlich verpflichtend. In allen Mitgliedsländern der EU ist eine Hauptuntersuchung Pflicht. Hier unterscheiden sich jedoch die Prüfkriterien und die Regelmäßigkeit von Land zu Land.


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